Brustwarzenrekonstruktion nach einer Totaloperation

Im Rahmen einer Brustamputation nach einem Mammakarzinom, einer Mastektomie, wird regelmäßig auch die Brustwarze weggenommen. Bevor sie rekonstruiert wird, sollte die Operationsnarbe, nach Einsetzen eines Silikonkissens oder einer Eigenfettspende, vollständig verheilt sein. Dabei ist mit einer Wartefrist von einigen Monaten zu rechnen. In dieser Zeit ersetzen Nachbildungen, die in den BH eingelegt werden, das fehlende Teil. Es ist notwendig, so lange zu warten, damit das Kissen an seiner endgültigen Position sitzt. Kleine Absenkungen im Brustgewebe sind jetzt gut sichtbar und können korrigiert werden. Erst zu diesem Zeitpunkt ist Ihr Busen bereit für seine neue Brustwarze.

Woraus ist die neue Brustwarze (Mamille) aufgebaut?

Es gibt grundsätzlich mehrere Möglichkeiten:

  • einer Teilung des gegenüberstehenden Nippels,
  • der Neubildung durch eine Lappenplastik, das ist eine Hautverpflanzung aus der Leiste, dem Oberlid, der verbliebenen Brust sowie im Anschluss daran, einer
  • Pigmentation des Warzenhofs (Areola) durch eine kosmetische Tätowierung, ausgeführt in einer Spezialpraxis.

Sollten Sie sich für ein solches Permanent-Make-up entscheiden, achten Sie darauf, dass beim Stechen keine eisenoxidhaltigen Farben vorkommen. Diese reagieren, wenn Sie sich in den nächsten Jahren einer MRT unterziehen müssten, mit dem Magnetfeld des Untersuchungsgerätes. Wahrscheinlich erleiden Sie dadurch Hautreizungen, Verbrennungen, Schwellungen. Der Arzt tastet sich bei der Farbgebung langsam an das Endergebnis heran. Ziel dabei, genau den Hautton der Patientin zu treffen. Im ersten Schritt überträgt der behandelnde Tätowierer die Umrisse des Warzenhofs von der einen auf die andere Seite. Eine Maschine, die einem Zahnarztbohrer ähnlichsieht, verteilt in kreisenden, klopfenden Bewegungen Farbe unter der Haut. Nach einigen Jahren verblassen die Pigmente allerdings, sie lassen sich erneuern.

Risiken und Nebenwirkungen

Möglich sind Spannungsgefühle in der Haut, Rötungen, Schwellungen, Infektionen, Allergien. Wenn Sie vor Ihrer Tumorerkrankung bereits Erfahrungen mit Körperbildern gesammelt haben, dürften Sie die Behandlung auch dieses Mal gut vertragen.

Wie lange dauert die Rekonstruktion, der Heilungsprozess?

Im Gegensatz zum Brustmuskelaufbau ist dieser Eingriff ambulant durchführbar. Eine Vollnarkose ist nicht nötig, vielmehr genügt die lokale Betäubung. Auch hier ist das Anlegen eines Kompressionsbüstenhalters unerlässlich, der 14 Tage und Nächte getragen werden sollte. Der Narben wegen, die sich sonst wulstig, eingesenkt oder wuchernd ausprägen. Auf sportliche Aktivitäten gilt es, wie oben, in dieser Zeit verzichten. Wenn die Fäden gezogen und die Wundränder völlig geschlossen sind, können Sie den Heilungsprozess durch die Massage mit einer Narbensalbe unterstützen. Sie minimiert Rötungen, wirkt entzündungshemmend, schenkt Ihrer Brust Feuchtigkeit. Fordern Sie den behandelnden Arzt auf, die Creme zu verschreiben, beziehen lässt sie sich über eine Apotheke.

Gibt es Risiken bei der Rekonstruktion?

In seltenen Fällen stimmt zu Anfang die Durchblutung in der neuen Brustwarze noch nicht ganz. Das bessert sich aber im Laufe des Heilungsprozesses. Die Stellen, an denen Haut entnommen wurde, sind später kaum zu sehen. Passiert die Hautspende vom Oberlid aus, strafft das die Mimik, freilich ohne Zuzahlung.

Wer trägt hier die Kosten?

Wie bereits beschrieben, zahlt die Krankenkasse, wenn die Diagnose Mammakarzinom lautet, zusätzlich zur Brustplastik auch die neue Mamille.

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