Es bleibt Ihr Geheimnis – Brustvergrößerung und Brustrekonstruktion

Infolge der Chemotherapie kommt es bei Krebskranken regelmäßig zu Verlusten. Die Haarpracht wächst aber, im Gegensatz zur amputierten Brust, nach einigen Monaten nach. Im zweiten Fall verschwindet damit auch eines der sekundären Geschlechtsmerkmale. Zugleich fehlt die größte Drüse im Körper, deren Milchsekret einen Säugling ernährt. Mit Busengrößen ist das so eine Sache. Abhängig vom Verhältnis Fett zu Bindegewebe erscheint der Busen einmal üppig, ein anderes Mal eher flach. Auf potentielle Partner wirkt die wohlproportionierte Oberweite wie ein Symbol für Fruchtbarkeit. Umso härter erleben es Betroffene, wenn nach der Operation nichts mehr davon übrig ist.

Ein Leben mit Behinderung verlangt Anstrengung, Anpassung, Persönlichkeit…

…und ist für manche Brustkrebspatientin nicht vorstellbar. Für viele andere ist das Tragen einer Prothese nicht mit dem Körperbild vereinbar. Wohin Sie auch tendieren, rechnen Sie mit einer psychischen Belastung in Folge des Verlusts, auch wenn Sie Ihre Beweglichkeit behalten haben. Beim Sport, im Schwimmbad, im leichten Sommerkleid, optisch wirken Sie verändert. Sie werden sich schließlich fragen, wie sehr Ihre Attraktivität gelitten hat und ob sie noch eine ganze Frau sind. Die Wiederherstellungschirurgie, ein Spezialgebiet der plastischen Chirurgie, kann Ihnen helfen, Ihren Selbstwert zurückzugewinnen. Diese Wege stehen nach einer Brustamputation jeder Patientin offen:

Die Realität akzeptieren

Wenn Sie sich dafür entscheiden, hilft ein Prothesen-BH. Er verbirgt die bittere Tatsache, nur eine Brust zu besitzen, und gleicht den Größenunterschied zwischen rechts und links aus. Zu diesem Zweck werden unterschiedliche Einlagen in aufgenähte Prothesentasche eingesetzt. Solange das Narbengewebe empfindlich reagiert, eignen sich Modelle aus Mikrofaser und Baumwolle. Später genügt die Verwendung einer Teilprothese. Nach einer Komplettamputation sind Sie mit einer Vollprothese besser versorgt. Anstatt ein Silikonkissen implantieren zu lassen, liegt es, im BH verborgen, außen auf. Der Brustersatz drückt und verrutscht nicht, er schwingt zudem bei Bewegung mit. Die Körbchengröße lässt sich nach Ihren Wünschen anpassen.

Brustvergrößerung durch Fremdgewebe

Die plastische Chirurgie bietet Tumorpatientinnen die Möglichkeit, durch ein Implantat eine neue, täuschend echte Brust zu erhalten. Ein Unterschied ist weder haptisch noch optisch feststellbar. Davor wird das verbliebene Gewebe einige Monate lang gedehnt, damit die Silikonfüllung Platz findet. Auch hier lässt sich, genau wie beim Prothesen-BH, die bevorzugte Körbchengröße variieren. Der behandelnde Schönheitschirurg bemüht sich um die Angleichung beider Seiten. Jede Patientin sollte sich vor einer Brustvergrößerung fragen, ob ihre Wirbelsäule die Belastung aushält und der gewünschte Busen zu ihrem Lebensalter passt. Zu bedenken ist auch, dass Implantate in bestimmten Zeitabständen ausgetauscht werden.

Brustrekonstruktion durch Eigengewebe, Lipofilling genannt

Wenn Ihnen die Implantation einer Brustprothese unheimlich erscheint, haben Sie die Möglichkeit, sich selbst Material für den Volumenaufbau zu spenden. Dazu wird aus der Gegend um Ihren Bauchnabel Fett und Kollagen entnommen. An dieser Stelle des Körpers gleicht das Gewebe dem Ihrer Brust. Damit gelingt die Rekonstruktion, runder und natürlicher wirken allerdings eingesetzte Silikonkissen.

Wer finanziert die neue Brust?

Die Krankenkassen sind verpflichtet, Ihre Chemotherapie samt Amputation zu bezahlen. Die Kosten eines Brustaufbaus übernehmen aber nur die Wenigsten. Wer privat keine Rücklagen hat, findet in den Nachbarländer Schönheitschirurgen zu günstigen Preisen. Wenn Sie sich dazu entschließen, sollten Sie Informationen zu den verwendeten Einlagen anfordern, Stichwort: Geplatzte Silikonkissen, deren Inhalt den Körper vergiftet.

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